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WUSHAN-AKADEMIE | |||||
| Ausbildung, Fortbildung und Kurse in Qigong, Taijiquan, Kungfu, Zen und Tuschemalerei |
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Zhan Zhuang "Stehen wie ein Baum" Manchem erscheint es als die lästigste und unbequemste aller Vorübungen, die wir im Taijiquan-Training regelmäßig praktizieren - das Zhan Zhuang-Stehen. Es ist auch nicht gerade die exotische Übung, die man seinen Freunden vormachen kann und "fernöstlich" schaut diese Stellung nun wirklich nicht aus. Und das "Schlimmste" ist - ähnlich wie in der Zen-Meditation - dass es nichts anderes zu tun gibt als Loslassen....
- Stellung Die Beine sind gebeugt, die Wirbelsäule aufrecht, alle Gelenke entspannt und alles ist "rund". Die Zunge liegt am Gaumen an, die Arme stehen in einer Position als hielte man einen großen Ball vor der Brust (zumindest in den anfänglichen Übungen). - Atmung Der Atem wird mit dem Ausatmen tief in den Bauch hinab geschickt wodurch das Qi zum Tantian sinken kann. Achtet man jedoch nicht auf eine entspannte Haltung von Brust und Oberkörper so stagniert der Atem dort und die Energie steigt eher in den Kopfbereich. Hilfreich ist auch hier die verstärkte Imagination der Tatsache, daß der Rücken yang, die Vorderseite yin ist. Wie bei allen "inneren" Künsten hilft hier kein "powern" sondern das gesunde Maß, mit welchem viele Schwierigkeiten haben. Oft beobachte ich bei meinen Schülern die jeweiligen Extreme: Entweder gehen sie bis an die Grenze, d.h. beispielsweise so tief stehen und so lange aushalten wie möglich, oder aber das Gegenteil, man macht alles so "ein bisschen". Beide Extreme schädigen auf Dauer, die Mitte jedoch ist gesund und sollte kontinuierlich angestrebt werden, womit wir bei einem weiteren wesentlichen Faktor wären: - Kontinuität Zhan Zhuang erfordert, wie alle anderen Künste auch, regelmäßiges Üben. Man sollte vielleicht als Europäer nicht mit dem alten chinesischen Standard von 30 Minuten beginnen, doch wären tägliche 5 Minuten ein Mindestmaß, wenn man gutes Verwurzeln erreichen will. Nach etwa 10 Tagen lassen die anfänglichen "Bleibeine" merklich nach und stattdessen setzt eine innere entspannte Stille ein. Alle 3-4 Wochen vermag man dann die Dauer der Übungen um weitere 5 Minuten zu verlängern und erst wenn man rd. 20 Minuten entspannt in der o.g. Grundposition stehen kann wechselt man zu fortgeschritteneren Positionen.
Die Geschichte des Zhan Zhuang
- Wang Xiangzhai
Sawai wurde sein Schüler und verbreitete später in Japan seine Essenz der Lehren Meister Wangs und nannte es "Taikiken". Berühmte holländische Kyakushinkai-Karatekämpfer wie Jon Bluming und Kotzebue gingen nach Japan um von Sawai Sensei Taikiken zu lernen. In seinem Buch "Xing Yi Quan Xue" beschreibt der Altmeister Sun Lutang (1861-1933), ein Xingyi-Mitschüler von Wang Xiangzhai, seine erste Lehrzeit: "Im ersten Jahr lernte er nur in der San ti-Stellung zu stehen. Es war ihm nicht erlaubt etwas anderes zu praktizieren. Nach sechs Monaten aber wurde sein Bauch und Hüfte voll (Qi) und seine Füße bekamen Wurzeln. Er begann aus dem Stehen innere Kraft zu entwickeln und er erkannte, daß dies wahres Gongfu ist." Vor allem aber Wang Xiangzhai propagierte die Übung des Zhan Zhuang und entwickelte ein eigenständiges System, wie es im Rahmen des Yi Quan bzw. Dachengquan als Kampfkunst und als Zhan Zhuang weltweit unterrichtet wird. Im Westen veröffentlichte Lam Kam Chuen, ein Schüler eines Wang Xiangzhai-Schülers, ein Buch über das Zhan Zhuang als System. Der deutsche Titel ist "Energie und Lebenskraft durch CHI GONG". So hielt das Zhan Zhuang-Stehen unmerksam Einzug in die Taji-Praxis. Die ITCCA ( der Verband von und um Chu Kinghung/ Frieder Anders) z.B. nennt das Geheimnis des "alten" Yang-Stils u.a. das spezielle Qigong des Yang-Stils, genannt chung ting. Dahinter verbirgt sich letztendlich das zhan zhuang in den einzelnen Positionen der Form - schlicht und ergreifend. Es ist wie es schon immer war: Stile und Künste beeinflussen sich wechselseitig und wir alle lernen voneinander. Yin und Yang stagnieren dort, wo man den Anspruch auf "Urheberrechte" hegt. |
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© Paul Shoju Schwerdt & Wushan-Akademie 2009 |
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